Der Notfall unter den Notfällen : die Magendrehung des Hundes

Keine Zeit verlieren!

Toben, Laufen, Spielen – das lieben Hunde über alles.

Doch nach der Fütterung ist es Pflicht, zunächst eine Pause einzulegen. Dies gilt insbesondere für Hunde großer Rassen mit tiefem Brustkorb (Deutsche Dogge, Irischer Wolfshund, Boxer, Windhunde, Rhodesian Ridgeback, Rottweiler, Schäferhund usw)

Warum? Spielt und tobt der Hund mit vollem Magen, kann es zu einer „Magendrehung“ kommen. Mittlere bis kleinere Hunde sind nicht so gefährdet wie größere. Doch generell gilt: der Hund sollte nach der Fütterung ruhen. Nicht jeder aufgeblähte Magen bedeutet tatsächlich, dass eine Magendrehung vorliegt. Doch eine rasche Diagnose ist wichtig, da die Magendrehung zu den akutesten aller Notfälle gehört, um die sich der Tierarzt sofort kümmern muss. Denn unbehandelt führt sie innerhalb weniger Stunden zum Tod.

Der Magen des Hundes ist an langen Bändern locker in der Bauchhöhle aufgehängt. Wenn der Vierbeiner gefressen hat, zu viel Luft oder Wasser geschluckt hat, kommt es zu einer massiven Erweiterung des Magens. Diese Tatsache alleine stellt noch keine Notsituation dar. (Magenüberladung).

Wenn sich bei längerem Aufenthalt des Futters Gase bilden und der Hund zusätzlich noch Treppen läuft oder sich wälzt, dann kippt der Magen und dreht sich um seine eigene Achse.

Inzwischen wissen wir, dass es aber leider auch ohne zusätzlich Bewegung zu einer Magendrehung kommen kann.  Die Rasse und die Genetik (Abstammung) des Hundes spielen eine große Rolle. So wird z.b. eine Häufung von Magendrehungen , auch bei noch sehr jungen Hunden in bestimmten Familienlinien gefunden. Wenn gr0ße Hunde älter werden, lockern sich die Bänder mit denen der Magen in der Bauchhöhle befestigt ist und das Risiko einer Magendrehung steigt. Deshalb sollten gerade ältere Hunde mindestens zweimal , besser dreimal täglich mit einer kleineren Futtermenge gefüttert werden. Eine ganz neue Studie hat gezeigt, dass die Wetterlage sogar eine Rolle spielt. Auch ständiger Stress, Unruhe, Konflikte mit Hunden und Menschen im Haushalt fördern das Risiko.

Bei der Magendrehung werden Eingang und Ausgang, sprich Speiseröhre und Dünndarm, sofort verschlossen. Der Magen dreht sich wie eine Plastiktüte zu. Der Magen bläht sich auf. Durch die Drehung nehmen weitere Organe Schaden, z.B. Milz oder Bauchspeicheldrüse. Blutgefäße werden stranguliert und reißen ab. Der Magen drückt auf das Zwerchfell und somit auf Herz und Lunge. Herz- Kreislaufversagen ist die Folge. Typische Symptome einer Magendrehung sind Speicheln, Würgen, Erbrechen ohne Erfolg, Unruhe, Schwäche, flache Atmung, ein aufgeblähter Bauch, rasender Puls sowie blasse und bläuliche Schleimhäute.

Fahren Sie sofort zum Tierarzt, melden Sie sich, auch nachts, vorher an, damit der Tierarzt alle Vorbereitungen für die Notoperation treffen kann.Klären Sie im Vorwege ob Ihre Tierarztpraxis im Notfall erreichbar ist und diese Notoperation durchführen kann!

Unser Tipp: Die Futterration sollte auf zwei/drei kleinere Mahlzeiten verteilt werden. Achten Sie auf hochwertiges Futter und der Hund sollte nach der Fütterung eine Pause einlegen.

Bei den gefährdeten Rassen gibt es die Möglichkeit den Magen  mit Hilfe einer Operation  (Gastropexie) an der Bauchwand zu befestigen, damit eine Drehung des Magens erschwert wird. Eine 100 % Sicherheit gibt es aber nie!

Klären Sie mit Ihrem Tierarzt ob eine solche Prophylaxemaßnahme für Ihren Hund in Frage kommt und ob man den Eingriff eventuell mit einer Kastration/Sterilisation verbinden kann.

Lassen Sie sich von uns beraten!

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