Spätsommer ist “Zwingerhustenzeit”!

“Fips” , ein mittelgrosser Mischlingshund hustet und würgt seit gestern abend ganz fürchterlich , sein Besitzer ist sehr besorgt : ” Frau Doktor, der muss etwas verschluckt haben, das ist im Rachen steckengeblieben!”

Bei der allgemeinen Untersuchung des Hundes wird festgestellt, daß Fips etwas erhöhte Temperatur, 39,4Grad  und einen stark geröteten Rachenraum und vergrösserte und entzündete Mandeln hat.

Fips hat “Zwingerhusten“!

“Aber Frau Doktor, das kann ja gar nicht sein, Fips lebt ja gar nicht in einem Zwinger sondern bei uns im Haus und gestern nachmittag war noch ganz munter ,da waren wir ja auch noch auf dem Hundeplatz zur Spielstunde!”

Was ist “Zwingerhusten” nun für eine Erkrankung?

Beim Zwingerhusten ( im Englischen kennel cough) handelt es sich um eine von mehreren Bakterien ( ua Bordetella bronchiseptica) und Viren (canines Parainfluenzavirus) ausgelöste Entzündung der oberen Luftwege (Kehlkopf, Luftröhre , Bronchien) und des Rachenraumes.

Überall dort wo sich Hunde treffen (Hundeplätze,Spazierwege,Tierheime, Tierpensionen) besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Daher kommt auch der Name “Zwingerhusten“, da im englischen Sprachgebrauch das Wort “Kennel = Zwinger für Stätten steht,wo mehrere Hunde zusammen kommen oder zusammen leben.

Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfcheninfektion (Niesen,Husten, Belecken) von bereits infizierten Hunden, die allerdings noch keine Krankheitszeichen zeigen müssen. Auch können sich Hunde über Gegenstände  wie gemeinsame Wasser- und Futterschüsseln, Spielbälle usw anstecken. Hunde , die unter eine besonderen Belastung stehen ( z.B. Tierheim/Tierpension,Jungtiere,ältere Hunde) sind besonders gefährdet. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) kann zwischen 1-2 Tagen und 14 Tagen betragen.

Auffallend sind Schluckbeschwerden ( Trockenfutter und Leckerli werden nicht mehr gefressen) und trockener Würgehusten ( bis zum Hervorwürgen von Schleim) und Mattigkeit, seltener sind Fieber und ernsthafte Störungen des Allgemeinbefindens. Sehr selten folgt bei Nichtbehandlung eine Bronchitis oder Lungenentzündung.

Die Behandlung erkrankter Hunde  besteht je nach Schwere der Symptomatik aus der Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten, Hustensaft , Schleimlöser und Antibiotika.

Eine Impfung gegen Zwingerhusten ist möglich , allerdings stellt die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz gegen die Krankheit dar, da, ähnlich wie bei der Grippeimpfung des Menschen, viele verschiedene Viren und  Bakterien ursächlich verantwortlich sein können.

Eines steht fest: geimpfte Hunde erkranken deutlich milder und sind schneller wieder gesund.

Die Immunisierung kann in die jährlich stattfindende Impfung eingebaut werden , dabei ist aber darauf zu achten , dass der Impfschutz nur ca. 6 Monate anhält.

Eine Möglichkeit der Immunisierung in akuten Fällen , dh  falls der Hund noch keine Krankheitsanzeichen zeigt, aber Kontakt zu kranken Hunde hatte oder regelmässig den Hundeplatz oder Hundetreff besucht ist die “intranasale Schutzimpfung“. Hierbei wird der Impfstoff per Tropfen in die Nasenlöcher gegeben und gibt einen sofortigen ( 72 Stunden nach der Impfung) Schutz der ein Jahr anhält. Die Nasenschleimhäute stellen  normalerweise die Eintrittspforte für die Infektion dar.

Katzen erkranken an der Infektion übrigens nicht.

 

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