Der aktuelle Fall

Fall  1:

Kater Carlo ist ein Freigänger Kater , der das ganze Jahr Zugang nach draussen hat. In den letzten zwei Tagen schläft er nur noch, ist matt und will auch nicht richtig fressen.

Die Besitzerin denkt dass es am schlechten Wetter liegt. Als Carlo aber auch am dritten Tag, an dem nun wieder die Sonne scheint, nicht munterer ist und gar nicht mehr fressen will, macht sie sich doch Sorgen und meldet Carlo in der Tierarztpraxis an.

Bei der Untersuchung zeigt sich , daß Carlo Fieber hat und eine fellverklebte Stelle auf dem Rücken fällt auf. Es ist ein Abszess der mit Eiter gefüllt ist und durch einen Katzenbiss bei einem Kampf verursacht wurde.

Nun muss es schnell gehen , denn eine Blutvergiftung droht! 

Je mehr Katzen in einem Gebiet gehalten werden, desto häufiger kommt es zu Auseinandersetzungen. Biss- und Kratzverletzungen sind dabei keine seltene Folge. Stärkere Katzen, die sich einem Kampf stellen, tragen diese im Kopfbereich und an den Vorderbeinen davon. Die unterlegenen Tiere, die das Weite suchen, erwischt der Gegner eher im Bereich von Rücken, Hintergliedmaßen und Schwanz.

Ein Biss mit den langen spitzen Katzeneckzähnen ist einem Dolchstich vergleichbar und hinterlässt nur eine kleine Stichwunde. Sie blutet kaum und schließt sich schnell. Mit dem Biss gelangen jedoch Bakterien von der Hautoberfläche sowie vor allem aus der Maulhöhle der beißenden Katze in das Gewebe. Sie vermehren sich massiv und es kommt zur Entzündung und Eiterbildung. Zeigt eine Katze nach einem Ausflug Krankheitsanzeichen wie Teilnahmslosigkeit, Fressunlust, Abwehrverhalten und  findet man beim Abtasten eine Vorwölbung, manchmal mit aufgestellten, verklebten Haaren, hat sich ein Abszess als Resultat einer Bissverletzung entwickelt. Der Abszess liegt meist unter der Haut, doch kann die Infektion auch auf tiefer liegende Gewebe wie Muskulatur übergreifen. Zusätzliche Komplikationen sind eine Beteiligung von Knochen und Gelenken sowie eine Blutvergiftung. Letztere kann bleibende Schäden an Organen wie Herz, Leber und Nieren hinterlassen und unbehandelt im Extremfall zum Tod der Katze führen. Auch beim Menschen kann ein Katzenbiss schwere Folgen haben!

Wird eine Bissverletzung frühzeitig erkannt, lässt sich die Abszessbildung durch eine sofortige tierärztliche Behandlung verhindern. Hat sich aber ein Abszess bereits gebildet, ist neben der antibiotischen Versorgung eine chirurgische Behandlung fast immer notwendig.

Schieben Sie eine Untersuchung nicht auf wenn sich Ihre Katze merkwürdig verhält!

 

 

Fall 2 :

 

Kater Jacky war immer dick und rund . Fressen war immer seine Lieblingsbeschäftigung. In letzter Zeit ist er wählerisch geworden, leckt teilweise nur die Soße des Feuchtfutters auf und riecht schlecht aus dem Maul. Jacky hat auch deutlich an Gewicht verloren.

Bei einer gründlichen tierärztlichen Untersuchung wird eine Erkrankung der Zähne und des Zahnhalteapparates festgestellt, eine sogenannte „Parodontitis“.Es besteht auch deutliche Zahnsteinbildung.

 

Zahnprobleme bei Katzen sind weiter verbreitet als viele Tierbesitzer wissen, denn Katzen sind hart im Nehmen. Häufig wird zu spät festgestellt, dass die Katze schon massiven Zahnstein, eine hochgradige Zahnfleischentzündung oder gar Löcher in den Zähnen hat. Gefährlich dabei ist: Die Entzündungsprozesse bleiben nicht allein auf die Maulhöhle beschränkt, denn die Bakterien werden via Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt. So leiden Katzen mit Zahnproblemen oft zusätzlich an Nieren-, Leber- oder Herzschädigungen. Machen Sie deshalb mit den folgenden Fragen den regelmäßigen Zahn–Check zu Hause:

  •  Frisst Ihre Katze freudig und mit gutem Appetit sofort, wenn Sie hartes oder weiches Futter bereitstellen?
  • Ist das Zahnfleisch rosa und ohne rote Säume an den Zähnen?
  • Hat sie noch alle 30 Zähne?
  • Erscheinen alle Zähne gleich lang?
  • Sind alle Zähne, auch die hinteren, schön weiß und frei von Belägen?
  • Ist der Speichel klar und farblos?
  • Riecht die Katze aus dem Maul eher angenehm nur nach Futter?
  • Putzt sie ausgiebig alle Stellen des Fells?

Sobald Sie eine der Fragen eher mit „Nein“ beantworten müssen, sollte der Stubentiger baldmöglichst tierärztlich untersucht werden!

 

Fall 3:

 Rauhhaardackel „Benji“ geht für sein Leben gern spazieren und wühlt gerne im Unterholz herum. Plötzlich schreit er auf ….der Besitzer kann gerade noch eine schwarz-weiss gezeichnete Schlange verschwinden sehen. Er untersucht Benji und entdeckt an der Ober- und Unterlefze zwei kleine Einstichstellen, die sofort etwas bluten.Es ist ein Kreuzotterbiss!

Nun ist Eile geboten,Benji muss sofort zum Tierarzt und behandelt werden, denn es droht Lebensgefahr!

Im Frühjahr und im Frühsommer ,wenn es wärmer wird tummeln sich besonders gerne zur Mittagszeit und in den frühen Nachmittagsstunden Kreuzottern am Wegesrand. Hunde stöbern diese auf  und die erschreckte Schlange beisst zu. Hunde werden in die Schnauze oder in die Pfoten gebissen.

Für kleinere Hunde kann das Schlangengift je nach Giftmenge durchaus tödlich wirken.

Schlangenbisse treten vor allem in den Monaten Mai bis September auf.
In unseren Regionen sind drei Vertreter der Familie der Vipern (Viperidae) und eine Trugnatter aus der Familie der Nattern (Colubridae) von Bedeutung: Die einheimische Kreuzotter (Vipera berus) und die Aspisviper (Vipera aspis), sowie die südlich der Alpen vorkommende Sandotter (Vipera ammodytes) und die Trugnatter (Europäische Eidechsennatter – Malpolon monspessulanus). Diese Schlangen produzieren und speichern ihr Gift in modifizierten, mit den Giftzähnen verbundenen Speicheldrüsen. Beim Biss drückt die Kiefermuskulatur die Drüsen aus und das Sekret tritt durch einen Kanal oder Kerbe des Zahnes in die Wunde.

Das Schlangengift einheimischer Schlangen enthält vor allem Proteasen, Phospholipasen, Hyaluronidasen und neurotoxische Peptide.

 Die Viperngifte lösen somit drei Symptomenkomplexe aus:

Eine Gerinnungsstörung, die sich als Thrombose und Verbrauchskoagulopathie äussert

Einen Kreislaufschock

Eine lokale Gewebeschädigung, welche zu Schwellung und Schmerzen führt

Die Kreuzottern produzieren nur wenig Gift und können höchstens für Kleintiere gefährlich sein. Die Sandotternbisse verursachen eine lokale Reaktion mit Schwellung, Schmerzen, nachfolgenden Nekrosen und Kreislaufkollaps.
Der Biss der Trugnatter kann für kleinere Haustiere bedrohlich sein, da neben Schwellung und Ödemen mit neurotoxischen Symptomen wie Lähmung und Atemnot zu rechnen ist

Symptome:

Schwäche,Taumeln,Erbrechen,Durchfall,Hecheln,Atemnot,Herzrasen,schmerzhafte lokale Entzündung,Schwellung,Ödeme,Blutverlust,Anämie

Therapie:

Sofortmassnahmen:

Ruhigstellung der Extremität: Eventuell mit Schiene, da nach unmittelbarer Aktivität schwerere Verläufe zu beobachten sind. Eventuell kühlende Umschläge (kein Eis).

Extremität nicht abbinden: Ein späteres Ödem wird sonst verschlimmert. Ausserdem drohen ernsthafte Allgenmeinsymptome durch massive Giftanschwemmung, wenn der venöse Stau geöffnet wird

Kontraindiziert sind alle Manipulationen an der Bissstelle wie: Aussaugen, Einschneiden oder lokale Chemikalien- oder Medikamenteninfiltration.

Spezifische Therapie:

Schockbehandlung

Glucocorticoide

Antihistaminika

Breitspektrumantibiotika

 

 

 

 

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